Neue LEADER-Projektideen für die Region diskutiert:
LAG Westallgäu-Bayerischer Bodensee veranstaltete Ideenwerkstatt
Die Bürger vor Ort aktiv bei der nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung der Region miteinzubeziehen ist zentraler Aspekt der europäischen LEADER-Förderung. Dafür kamen am 11. Dezember 2025 ca. 20 Personen zur Entscheidungsgremiumssitzung der zuständigen Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Westallgäu-Bayerischer Bodensee in die Lindauer Inselhalle und diskutierten drei neue Projektideen, die im Rahmen der Ideenwerkstatt vor-gestellt wurden.
Als interaktives, interkulturelles und interreligiöses Forum sind die „friedens räume“ mehr als ein Museum – seit 25 Jahren laden sie ein, sich mit Friedensthemen sehend, hörend und fühlend auseinanderzusetzen. Wie Koordinatorin Berit Mohr zusammen mit Cornelia Speth berichtete, sollen die Ausstellungen sukzessive erneuert und konzeptionell überarbeitet werden. LEADER soll dabei die innovative Neugestaltung der Stehpulte im „hör raum“ fördern: Höhenverstellbarkeit verbessert die Barrierefreiheit für Kinder und Rollstuhlfahrer, der Einsatz von Tablets ermöglicht neue, zielgruppenspezifische Formate digitaler Informationsvermittlung. Inhaltlich wird das Thema „Menschenrechte“ im Mittel-punkt stehen.
Gemeinsam mit ihren zwei Schwestern möchte Simona Einsle den elterlichen Hof in Grünenbach revitalisieren und den ehemaligen Kuhstall zu einem lebendigen, bunten Ort der Begegnung und Gemeinschaft machen. Denkbar sind ein Café als Generationen-Treffpunkt oder ein sogenannter „Wandelraum“: Dort könnten verschiedene Veranstaltungen und Kurse in den Bereichen Bildung, Kunst, Kultur und Gesundheit durchgeführt werden. Der großzügige Außenbereich könnte zudem als Erlebnisgarten gestaltet werden, der Raum für naturpädagogische Angebote für Schulklassen, Kindergärten oder Wohngruppen bietet.
Unter dem Dach des regional-, gemeinwohl- und nachhaltig- orientieren R.E.G.E.N.-Funds möchten Viola Taubmann vom Netz-werk Blühende Landschaft und Peter Aulmann von der elobau Stiftung eine allgäuweit agierende Koordinationsstelle für Gemeinwohlleistungen in der Landwirtschaft aufbauen. Auf Basis umfangreicher Kennzahlen sollen die ökologischen Leistungen der Landwirte ökonomisch bilanziert werden. Mit Veranstaltungen wie Hoftagen, Events für Schulklassen oder Vorträgen z.B. mit Politikern soll die Koordinierungsstelle mehr Vernetzung und Verständnis schaffen für positive Leistungen der Landwirtschaft in den Bereichen Ökologie, Soziales und Regionalökonomie. „Unsere Idee ist,“ so Taubmann, „den gigantischen Hebel der Landwirtschaft zu nutzen, um beispielsweise die Artenvielfalt zu fördern, Kohlenstoff zu binden und regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken – und dies der Gesellschaft bewusst zu machen.“
Mit gezielten Nachfragen konnten die Zuhörer den Referenten konstruktive Denkanstöße zur Weiterentwicklung ihrer LEADER-Projektideen geben. Im nächsten Schritt folgen weitere Gespräche zur konkreten fördertechnischen Umsetzung, bevor die Projektbeschreibungen erstellt und die Projektideen je nach Fort-schritt dem Entscheidungsgremium zur Abstimmung vorgestellt werden. Das LAG-Management dankt allen Anwesenden herzlich für ihre Teilnahme an der Ideenwerkstatt.

