Wasserwacht Lindenberg erhält 1.500 Euro LEADER-Förderung
Mehrere Zentimeter dick ist die Eisschicht auf dem Waldsee, idyllisch am Stadtrand von Lindenberg gelegen. Dass der Moorsee zum Baden einlädt, kann man sich momentan nur schwer vorstellen. Doch nach der Saison ist vor der Saison – schon jetzt hat die Lindenberger Wasserwacht den kommenden Sommer im Blick. Dass das Planschen und Schwimmen im kühlen Nass lebensgefährlich sein kann, ist vielen Menschen nicht bewusst: Tritt im trüben, moorbraunen Wasser ein medizinisches Problem auf, wie ein Krampf oder Herz-Kreislauf-Stillstand, oder kommt es beispielsweise durch einen verlorenen Schwimmflügel zu einem Unfall, entsteht schnell eine kritische Situation. Gut, dass von Anfang Juni bis Ende August die Lindenberger Wasserwacht vor Ort ist, die den Waldsee an Wochenenden und Feiertagen ehrenamtlich beaufsichtigt und bei Notfällen am und im Wasser hilft, wenn jede Minute zählt.
Neue Ausrüstung erhöht die Sicherheit
Im Ernstfall versuchen die Wasserwachtler die in Not geratene Person so schnell wie möglich mit Rettungsbrett, Boot oder Rettungsboje zu erreichen, während gleichzeitig ein Notarzt alarmiert wird. Wenn die Person bereits untergegangen ist, ist sie wegen der schlechten Sicht im durchschnittlich zwei bis drei Meter tiefen Moorsee von der Wasseroberfläche aus nicht zu sehen und muss unter Wasser gesucht werden. Dafür bilden fünf bis zehn Rettungsschwimmer, ausgerüstet mit Schnorchel, Tauchmaske und Flossen, eine Suchkette, tauchen auf Kommando einige Meter nebeneinander durch den See und tasten den Boden ab. So können sie in kurzer Zeit viel Fläche absuchen, was die Rettungschancen der verunglückten Person erhöht.
Wichtige Voraussetzung dafür ist eine gute Schnorchelausrüstung, jedoch war der Kunststoff der alten Ausrüstung der Lindenberger Wasserwachtler über die Jahre hart und spröde geworden. Dank der Förderung durch die Regionalentwicklung Westallgäu-Bayerischer Bodensee e.V. konnte nun neues Material angeschafft werden: Denn die Lokale Aktionsgruppe, in der Region zuständig für das europäische LEADER-Programm, bezuschusst im Rahmen des Projekts „Unterstützung Bürgerengagement“ lokale Akteure unbürokratisch mit bis zu 1.500 Euro. Damit können insbesondere Vereine wichtige Investitionen finanzieren, die sie allein nur schwer stemmen könnten, die aber als kleine Verbesserung eine große Wirkung haben.
Wirkungsvolleres Training, mehr Spaß und gestärktes Gemeinschaftsgefühl
Die Wasserwachtler sind begeistert vom neuen Material, das eine Delegation vorab in einem Tauchsportfachgeschäft getestet und ausgesucht hatte. Schnorchel und Tauchmaske sitzen nun besser und auch die Flossen haben einen effektiveren Vortrieb, was nicht nur den Trainingserfolg erhöht, sondern auch Spaß und Motivation fördert. Stephanie Tourbier, als technische Leiterin für die Ausbildung der Wasserwachtler verantwortlich, freut sich sehr über das neue Schnorchel-Material, denn „damit erhöhen wir die Chance einer schnellen Rettung aus dem Wasser, aber auch Fitness und Apnoe-Fähigkeiten unserer Rettungsschwimmer. Zudem stärken wir mit gutem Material die Motivation und das Miteinander in unserer ehrenamtlichen Organisation.“ So stehen die Wasserwachtler der neuen Saison gut gerüstet und zuversichtlich entgegen.

