Lindenberger Mühlbachtaler erhalten 1.500 Euro LEADER-Förderung

Lausig kalt ist es draußen, wohlig warm dagegen im großen Vereinsheim des Trachten- und Heimatvereins „D´Mühlbachtaler“ in der Lindenberger Waldstraße. Wie in einer Allgäuer guten Stube gibt es viel Holz, hübsche rustikale Vorhänge im Landhausstil, einen Herrgottswinkel, Hirschgeweihe, Ölgemälde, Keramikvasen und historische Bilder an den weiß verputzten Wänden. Herz-stück des Trachtenheims ist jedoch der große, gemauerte Kachelofen, der im Winter und in der Übergangszeit für eine behagliche Wärme sorgt – und hilft, den Verbrauch der teuren Gasheizung zu reduzieren.

Not am Ofen

Da der Kachelofen bereits 30 Jahre alt ist, entsprach er nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Vorgaben zu Schadstoffemissionen. Um weiter betrieben werden zu können, musste er für gut 3.500 Euro umgerüstet werden. Eine größere Belastung für die Vereinskasse – die dank 1.500 Euro Zuschuss durch den Regionalentwicklung Westallgäu-Bayerischer Bodensee e.V. deutlich reduziert werden konnte. Die Lokale Aktionsgruppe, in der Region zuständig für das europäische LEADER-Programm, fördert im Rahmen des Projekts „Unterstützung Bürgerengagement“ lokale Akteure unbürokratisch mit bis zu 1.500 Euro. Damit können insbesondere Vereine wichtige Investitionen finanzieren, die sie allein nur schwer stemmen können – die aber als kleine Verbesserung eine große Wirkung auf das Vereinsleben haben und dadurch besonders das ehrenamtliche Engagement stärken.

Tradition und Brauchtum verbinden Generationen

Auf stolze 115 Jahre Geschichte blickt der Verein zurück, was im Oktober 2025 groß gefeiert wurde: Auf einen feierlichen Festgottesdienst mit Fahneneinzug folgten Frühschoppen und Musiknachmittag im Vereinsheim, bei dem Trachtler aus dem ganzen Gau eingeladen waren, musiziert und sich ausgetauscht haben. Besonders erfreut zeigt sich Edgar Rädler, erster Vorsitzender des Traditionsvereins, auch über die Früchte der Jugendarbeit, dank der die Zukunft des Vereins wieder gesichert sei: Mittler-weile treffen sich 25 Buba und Föhla zwischen vier und vierzehn Jahren in Jugend- oder Schnuppergruppe regelmäßig zur Probe im Vereinsheim. Nach längerer Pause nahmen die Nachwuchsplattler zudem erfolgreich beim letzten Wertungsplatteln teil und treten beispielsweise bei Seniorennachmittagen, Standkonzerten, kirchlichen Anlässen, dem Stadtfest und beim Maibaum-Aufstellen auf, das auch für Touristen ein tolles Event ist. Dort repräsentiert die Jugendgruppe den Trachtenverein während gleichzeitig die Aktiven der Allgäuer Gruppe die Arbeit im Hintergrund leisten. „Wir sind aus dem Lindenberger Stadtbild nicht wegzudenken“, erklärt Edgar Rädler.

Er und seine Vereinskollegen freuen sich sehr über die LEADER-Förderung für die Umrüstung des Kachelofens. Nun können die Trachtler wieder in angenehm warmen Räumen ihr Hobby ausüben, das Brauchtum pflegen und bei geselligem Beisammensein Spaß haben und die Gemeinschaft erfahren und leben.